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Entweder du führst die KI, oder die KI führt dich

Viele Marketingverantwortliche nutzen inzwischen KI-Tools. Trotzdem bleibt der echte Effekt im Alltag oft aus. Woran liegt das? Wir haben mit Daniel Gremm gesprochen.

Über Daniel Gremm:

Daniel arbeitet an der Schnittstelle von Marketingstrategie und KI. Sein Fokus: Unternehmen dabei zu helfen, KI nicht nur einzusetzen, sondern sinnvoll in ihre Marketingprozesse zu integrieren. Mit dem Ziel, bessere Ergebnisse zu erzielen, nicht nur schneller zu arbeiten. Seit über 10 Jahren gibt Daniel Gremm sein Expertenwissen als Dozent u.a. in unserem IHK-Zertifikatslehrgang „KI-Online-Marketing- Manager“ weiter.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Daniel, KI ist im Marketing gerade überall präsent. Warum sehen wir trotzdem in vielen Unternehmen noch wenig echte Wirkung?

Daniel Gremm:

Weil die meisten beim falschen Punkt ansetzen. Es geht fast immer um Tools, Automatisierung und Prompts, aber kaum um die Frage: „Was bringt das wirtschaftlich eigentlich?“ Ich sehe in der Praxis immer wieder das gleiche Muster: Content wird schneller produziert, Prozesse werden beschleunigt, aber die Ergebnisse bleiben gleich. Oder werden sogar schlechter.

Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern die Führung. KI ohne klare Steuerung durch Menschen mit Marketing-Know-how produziert Output, aber nur durch Zufall eine stetige Wirkung in gewünschter Form. Oder zugespitzt: Entweder du führst die KI, oder die KI führt dich.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Was läuft denn konkret schief in der Praxis?

Daniel Gremm:

Viele nutzen KI wie einen Werkzeugkasten ohne Bauplan. Man probiert Dinge aus, generiert Inhalte, testet Prompts, aber ohne klares Ziel. Typische Muster sind:

– Kein klar definierter Use Case

– Keine Verbindung zu Zielen oder KPIs

– Keine Einbettung in bestehende Prozesse

Das Ergebnis: viel Aktivität, wenig Wirkung.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Wie sollte man KI im Marketing stattdessen einsetzen?

Daniel Gremm:

Ich arbeite mit einem einfachen Denkmodell aus drei Ebenen:

Effizienz – KI hilft, schneller zu werden.

Qualität – KI hilft, bessere Entscheidungen zu treffen.

System – KI wird Teil eines klaren, wiederholbaren Marketingprozesses.

Viele bleiben auf Ebene 1 stehen. Einige kommen auf Ebene 2. Aber echte Ergebnisse entstehen erst auf Ebene 3.

Ein Beispiel:

Nicht einfach schneller Content erstellen, sondern einen klaren Prozess entwickeln, wie Content entsteht, bewertet und optimiert wird.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Was kann ich als Marketingverantwortlicher morgen konkret anders machen?

Daniel Gremm:

Ich empfehle drei Dinge, die sofort wirken:

Erstens: Nicht fragen „Wo kann ich KI einsetzen?“, sondern „Welcher Prozess kostet uns aktuell Zeit oder liefert zu wenig Ergebnis?“

Zweitens: Jede KI-Nutzung an ein Ziel koppeln. Nicht „Wir nutzen KI für Content“, sondern: „Wir wollen bessere Leads / eine höhere Conversion / eine klarere Positionierung.“

Drittens: KI-Ergebnisse immer hinterfragen. KI liefert Vorschläge, die Verantwortung bleibt beim Menschen.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Was unterscheidet gute von schlechter KI-Nutzung?

Daniel Gremm:

Gute KI-Nutzung beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit Klarheit. Wer Marketing nicht versteht, wird mit KI nicht plötzlich bessere Ergebnisse erzielen, nur schneller schlechtere. Und gleichzeitig gilt: Wer strukturiert arbeitet, kann mit KI enorme Hebel erzeugen.

Deshalb ist für mich klar: KI ist kein Ersatz für Marketingkompetenz, sondern ein Verstärker.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Was erwartet Teilnehmende im Lehrgang „KI-Online-Marketing-Manager (IHK)“?

Daniel Gremm:

Vor allem Umsetzung. Die Teilnehmenden arbeiten über den gesamten Lehrgang hinweg an ihrer eigenen KI-gestützten Marketingstrategie. Das bedeutet:

– konkrete Anwendungsfälle im eigenen Unternehmen

– klare Prozesse statt Tool-Sammlung

– ein System, das im Alltag funktioniert

Es geht nicht darum, mehr zu wissen. Sondern darum, besser zu arbeiten. Am Ende steht kein Konzept für die Schublade, sondern etwas, das direkt einsetzbar ist.

Der Lehrgang ist für Menschen geeignet, die im Marketing Verantwortung tragen und merken: „So wie wir KI aktuell nutzen, bringt es uns noch nicht wirklich weiter.“ Also für alle, die raus wollen aus dem Ausprobieren, und rein in eine strukturierte, wirksame Nutzung.

IHK-Akademie Ostwestfalen:

Dein persönlicher Rat zum Schluss?

Daniel Gremm:

Nicht versuchen, alles auf einmal zu lösen. Aber aufhören, KI nur als Tool zu betrachten.

KI wird ein fester Bestandteil von Marketingarbeit. Die Frage ist nicht, ob man sie nutzt, sondern wie gut. Und das entscheidet sich nicht am Tool. Sondern an der Klarheit, mit der man arbeitet.

Herzlichen Dank, lieber Daniel, für die spannenden Einblicke in deine tägliche Arbeit.

 

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